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SEO CAMPIXX 2012 Recap – alles super!

Am 12. März 2012 von Bfri geschrieben
30 Kommentare · SEO

SEO CAMPIXX 2012 Teilnehmer Karte

SEO CAMPIXX 2012 Teilnehmer Karte

Auch dieses Jahr war ich wieder auf der SEO CAMPIXX dabei. Dieses Mal war es meine 3. CAMPIXX. Zum ersten Mal war dieses Jahr auch Thomas mit an Bord. Ich bleibe dabei: Es ist meiner Meinung nach die beste deutschsprachige SEO Veranstaltung. Es geht nicht um Sales-Präsentationen, sondern der Use Case, Best Practices, Austausch zwischen Nutzern steht im Vordergrund. Marco und sein Team stecken viel Arbeit in die Vorbereitung, um eine großartige Veranstaltung zu organisieren.

Anfahrt

Auch dieses Jahr erfolgte die Anreise wieder mit dem Auto von Frankfurt. Ich bildete zusammen mit Arndt, Dennis und Marcel eine Fahrgemeinschaft, um über die Autobahnen in Richtung Berlin zu düsen. Es war eine lustige Fahrt bei der wir viel lachten und auch viel über das Erzgebirge sowie Dennis geheime Projekte lernten. Während der Fahrt war Zeit, sich schon einmal den Session-Plan anzuschauen und die für mich interessantesten Sessions zu markieren. Ich habe mittlerweile gelernt, sich unter Druck zu setzen und denken, dass ich etwas verpassen könnte, nicht ziel führend ist. Ich kann nicht alle Sessions besuchen, das ist nun mal so. Daher markiere ich mir die Sessions, bei denen ich denke, dass Sie interessant sind UND ich etwas für mich raus ziehen kann. Das UND ist für mich ganz wichtig. Es gibt immer auch Sessions, die sicher spannend und interessant sind, wenn ich daraus aber für mich persönlich keinen Anwendungsfall ableiten kann, ziehe ich lieber andere Sessions vor.

Thomas ist Dank Bahncard 100 und Buchung des SEO Tool Days separat gefahren. Dank Marcel, den wir vorher noch in Berlin Mitte raus lassen mussten sowie Staus auf  der Autobahn, haben wir noch eine nette Stadtrundfahrt gemacht und sind an den Sehenswürdigkeiten wie der Siegessäule und dem Brandenburger Tor vorbei gefahren. Sehr interessant der Jongleur mit den brennenden Keulen an einer roten Ampel. So etwas hatte ich in Frankfurt noch nicht gesehen.

Der Vorabend

Nach der Ankunft, dem Einchecken im Hotel sowie Entgegennahme des VIP-Bändchens und des gelben T-Shirts, beginnt der Abend obligatorisch mit dem Besuch der Bar und dem Treffen von alten und neuen Bekannten (Grüße an die Jungs und Mädels von rankingCHECK und proseed). Irgendwie nehme ich mir immer vor, nach der langen Fahrt nicht so lange zu machen. Aber es wurde dann doch wieder 2:30 Uhr und einige Bier später, bis ich ins Bett kam.

Ach so, eines muss ich noch erwähnen: Wer die Release-Party des neuen SEO Damenduftes verpasst hat, der kann hier noch ganz viel SEO Duft bestellen. ;)

Tag 1

Der Morgen beginnt etwas verschlafen, aber mit dem Wichtigsten: Dem Frühstück! :) Danach ging es zur Begrüßung und zum WarmUp. Diesmal wurde nicht getrommelt, sondern es gab eine Comedy Rede. Ich fand Sie lustig und gut gemacht, vor allem da sie auf das Thema SEO bezogen war und mit einem Lachen auf den Tag einstimmte.

Meine erste besuchte Session war “Ladezeiten Extreme” von Andreas Merkel. Er zeigte anhand seiner eigenen Erfahrungen, wie sich die Ladezeiten von Contao, Joomla und WordPress mit Apache Modulen signifikant verbessern können. Interessant dabei ist, dass ich mir somit dann zum Beispiel ein Plugin wie WP Minify sparen kann, da dies schon vom Apache Server und den entsprechenden aktivierten Module durchgeführt wird.

Als Messtools schlägt er GTmetrix (prüft aber aus den USA) sowie webpagetest.org vor. Beim letzteren kam der Tipp aus dem Publikum, dass man es tagsüber nutzen sollte, da abends die Chancen höher sind, in einer Warteschlange zu landen.

Zum Cachen von WordPress wurde von allen Teilnehmern das Plugin W3 Total Cache erkoren, wobei es nicht bei allen Teilnehmern sauber läuft. Dies kann aber auch an einer älteren Version liegen. Ansonsten wurden  noch PHP Memcache und Varnish zum Ausprobieren empfohlen.

Danach habe ich Karl Kratz in seiner Session “SEO for the System” besucht. Wer Karl kennt, weiß dass seine Vorträge immer sehr gut sind. Aus diesem Grund habe ich mir diesen angeschaut, da es im Plan keine Beschreibung zur Session gab. Er beschreibt sehr genau, wie man möglichst effizient ein System von mehreren Websites zu unterschiedlichen Themen erstellt und diese so optimiert, dass sie automatisch Links bekommen und vor allem auch konvertieren. Hier schreibe ich nicht viel, da es das Ebook zum Download gibt.

In der Session “Monetarisierung – Mehr Umsatz für Content Seiten” beschreibt Arthur Mai seine Erfahrung mit der Optimierung von AdSense Anzeigen auf Websites. Er empfiehlt über ein modifizierten AdSense-Code Anzeigen im A/B-Test gegeneinander laufen zu lassen. Um die Klickrate auf die Anzeigen zu erhöhen gibt es 3 Strategien:

  1. Anpassen – Die Anzeigen so anpassen, dass sie sich nicht vom normalen Inhalt abheben. So können Anzeigen auch in die Navigation eingebaut werden
  2. Auffallen – Das ist das Gegensätzliche Prinzip. Ich gestalte meine Anzeigen, dass sie sich sehr deutlich von meinem restlichen Inhalt abheben.
  3. Variieren – Ich versuche der Werbeblindheit aus dem Weg zu gehen, indem ich die Anzeigendarstellung bei jeder Impression variiere. In diesem Fall wurde bei jedem Seitenaufruf eine Variation aus 10 unterschiedlichen Positionen und 27 Anzeigenvarianten gewählt. Damit gibt es 1.600 unterschiedliche Varianten und der Besucher kann sich nicht mehr auf die Position und das Aussehen der Werbung einstellen. Bei einem Kunden mit vielen wiederkehrenden Besuchern konnte somit die Klickrate um 60% gesteigert werden.

Es macht Sinn, dass nicht relevanter Inhalt auf den Webseiten durch spezielle HTML-Kommentarauszeichnungen ausgeschlossen wird. Somit sind die Anzeigen zielgerichteter. Auch sollte man den besten Anzeigenplatz im Quelltext auch immer an erster Stelle positionieren, da Google die besten Anzeigen immer im Anzeigenblock, den es als erstes im Code findet, darstellt.

Weitere Monetarisierungsmöglichkeiten sind: Captain Ad (automatische Anzeigeneinblendungen bei eingebetteten Videos), Plista (Einblendung von Anzeigen über Bildern), blogads (Werbemöglichkeiten für spezielle Themenblogs mit Backfillmöglichkeit aus AdSense oder eigenem Ad-Server) sowie hallimash und rankseller.

Die nächste Session war “Linkprofilanalyse – Interne und eingehende Links” von Sebastian Erlhofer. Hier hat mich vor allem die interne Linkanalyse interessiert. Leider wurde diese aus Zeitgründen extrem reduziert und stattdessen auf die externe Linkanalyse fokussiert. Für die externe Linkanalyse werden Daten aus SISTRIX, SeoMoz und Majestics kumuliert. Dabei werden Metriken ausgewertet, wie z.B.:

  • Alleinstellungsquote zwischen allen Mitbewerbern vergleichen
  • Aus welchen Ländern, von welchen TLDs kommen die Links?
  • Welchen Deeplink-Ratio haben die Konkurrenten?
  • Welche Themenrelevanz bzw. Themennähe haben die Links? Hier kann der Wortschatz der Uni Leipzig oder SEMAGER helfen.
  • Welche Domain-Authorität habe die Domains? Hier am besten das Ergebnis normieren und mit Prozentzahlen arbeiten, um besser vergleichen zu können.

Zusätzlich hilfreich:

  • Ranked eine Website für den eigenen Titel oder wurde sie geflagged?
  • Wie jung oder alt ist das Cache-Datum in Wochen? Je kleiner desto besser.
  • Sind Sitelinks vorhanden? Hat die Website eine gewisse Authorität.

Es ist auch nützlich den historischen Linkwachstum der Konkurrenz anzuschauen, um zu prüfen, wie schnell ich selbst arbeiten und wachsen muss. Für das Crawlen wird Pajek verwendet, für die Visualisierung des Netzwerkes UCINET. Für die interne Linkanalyse wird der Crawler Screaming Frog empfohlen.

Als letzte Session für den ersten Tag habe ich mir ein “Google AdWords Update” von Birthe Stuijts gegönnt. Hier war für mich jetzt nicht viel Neues zu entdecken, aber es wurde gut über die neuen AdWords-Funktionen diskutiert. Es wurden Sachen wie Ausrichtung auf mobile Geräte, Ad Sitelinks, Product Extensions/Listing Ads, Kampagnenexperiments und der Broad Match Modifier besprochen.

Sonnenuntergang Berlin Müggelsee

Entspannter Müggelsee

Damit war der erste Tag abgeschlossen. Bevor es zum Abendessen ging, brauchte ich erst einmal Sauerstoff und bin am Müggelsee entlang gejoggt. Das hatte ich mir immer vorgenommen, aber nie getan. Diesmal hatte ich meine Laufsachen dabei und bin ca. 10km am See entlang gelaufen. Sehr schön. Vielleicht sollte ich nächstes Jahr mal eine Running-Session machen? ;)

Nachdem Essen wurde der Seonär ausgespielt. Ein sehr feucht, fröhliches Ratespiel mit viel Feigling und Spam. ;)

Gaumenschmauß

Lecker Gaumenschmauß

Wer wird Seonär

Scheckübergabe nach Wer wird Seonär?

Bei der anschließenden CAMPIXX Tombola bin ich leer ausgegangen.

SEO CAMPIXX 2012 Tombola

Tombolaziehung

Danach spielte die Band, die wirklich sehr gut gesungen haben, aber meiner Meinung nach nicht so viel Stimmung wie die Band in den Vorjahren gebracht haben.

Gitarrist

Gitarrist in Action

Mit dem früher zu Bett gehen, wurde es nicht wirklich was. Am Ende war es doch wieder 2:00 Uhr.

Tag 2

Duch die geplante Ausnüchterungsphase konnten alle eine Stunde länger schlafen, was sehr gut ist. Auch dieser Tag begann mit einem längeren Frühstück. Den ersten Track habe ich durch Packen meiner Sachen verpasst. Dafür habe ich mich in der Lobby seht gut mit Andreas Müller von Spinpool unterhalten.

Ich bin im zweiten Track wieder eingestiegen und habe mich dem Thema “Amazon Web Services als Werkzeugkasten sinnvoll nutzen” von Markus Ostertag gewidmet. Dies war ein sehr interessanter Vortrag, der beschrieben hat, wie sich die Amazon Web Services zum Skalieren nutzen lassen können. Ich kann dort große Mengen von statischen Bildern ablegen oder komplette Images von virtuellen Rechnerinstanzen starten. Dabei zahle ich immer nur für die Abfragen oder für laufende Rechnerinstanzen. Wenn ich diese nicht mehr benötige, kann ich diese abspalten. Am interessanten für mich war hier die Amazon CloudFront als Webservice zur Bereitstellung von Inhalten in der Cloud. Das werde ich mir in Zukunft genauer anschauen. Sicher sehr praktisch.

Die nächste Session von Markus Uhl handelte vom Thema “Excel Magie für SEOs“. Nicht unbedingt ein neues Thema für mich, aber er beschrieb sehr praxisnah, wie sich Excel zur Visualisierung von SEO-Daten nutzen lässt. Gerade Rankingdaten lassen sich durch Pivot-Tabellen und Pivot-Charts wunderbar visualisieren. Auch das Thema Linkdaten wurde intensiv behandelt. Um die Daten zuerst zu erzeugen, schlägt er die Tools Xenu’s Link Sleuth sowie Screaming Frog (oben schon ewähnt) vor. Sein Favorit ist Screaming Frog, da dieser auch reguläre Ausdrücke unterstützt und sich über Custom Filter auch HTML-Inhalt filtern lässt. So lassen sich zum Beispiel nur Seiten filtern, auf denen der eigene Google Analytics-Code nicht gefunden wurde. Wenn die eigene Website (oder auch andere) gecrawled wurde, kann ich die CSV-Daten in Excel importieren und mir wunderbar darstellen, wie die interne Verlinkung sich gestaltet (z.B. Website-Tiefenverteilung als Pivot-Chart). Um Backlinks zu analysieren, empfiehlt er das Tool Majestics SEO, welches für die eigene Website kostenlos ist. Hier nutzt er für den Datenexport den “Advanced URL Report”.

Bei den gemachten Excel-Formel-Beispielen hatte ich noch angemerkt, dass manche erst ab Excel 2007 funktionieren (zum Beispiel FEHLERWENN oder SUMMEWENNS). Da gerade ein Kunde geschrieben hat, dass er einen Excel Report in Excel 2003 nicht öffnen kann, schreibe ich das doch nochmal dazu. :)

Als nächstes habe ich mich für die Session “Reverse Link Engineering: Crawler based Market Research” interessiert. Diese Session wurde von Stefan Fischerländer und Thomas Mindnich gehalten. Beides sind erfahrene und langjährige SEOs. Hier wurde beschrieben, wie aus unterschiedlichen Tools und Daten gewonnen werden können. Auch hier wurde wieder Screaming Frog vorgestellt. Es handelt sich wohl wirklich um ein beliebtes Tool. Dieses läuft aber auf dem eigenen Server und geht bei größeren Websites wegen Speicherbedarfs unter Umständen in die Knie. Hier kann das Cloud-Tool 80legs weiter helfen. Damit lässt sich einem Crawler Beine machen. Dieser stellt zwar keinen Index und keine Datenbank zur Verfügung, dafür gibt es vorgefertigte Datenpakete oder Apps für bestimmte Crawlvorgänge als auch eine API. Klar sind auch die gängigen SEO-Tools wichtig. Über die Bing-API lassen sich sehr schön Co-Citations auswerten, um zu analysieren, wo Site hauptsächlich hinlinken. Auch die guten alten Google Alerts sollte man nicht vernachlässigen, auch hier bekommt man schnell Informationen über neue Links einer Website. Sehr spannend war die Analyse von neuen Links über die Blogping API, da so neue Links aus Blogs und Artikelverzeichnissen in Real Time in eine Datenbank geschrieben werden können.

Diesmal habe ich bis zum Ende durchgehalten und habe mir noch im letzten Track die Session “Fallstudie Linkaufbau mit Presseverteilern” von Frank Doerr angeschaut. Er hat einen Test mit 50 Domains durchgeführt bzw. führt diesen immer noch durch, ob es sich lohnt Linkaufbau über PR Gateways zu betreiben. Im Groben lässt sich sagen, dass es zu Verbesserungen geführt hat, aber sich bei manchen Domains sich (noch) nichts getan hat. Aber es konnte bisher vor allem keine negative Auswirkung festgestellt werden. Frank wird die genauen Ergebnisse aber später noch auf SEO Scene veröffentlichen.

Abreise

Damit war die SEO CAMPIXX auch schon wieder rum. Die zwei Tage vergingen wie im Fluge. Das Auto war schon gepackt und wir haben die Rückreise angetreten. Noch ein kurzer Zwischenstopp beim Burger King und gegen 23 Uhr waren wir – ohne großen Staus – wieder alle im Rhein-Main-Gebiet zurück.

Zum Abschluss sage ich noch Danke an Marco und sein ganzes Team für die großartige Organisation der CAMPIXX und dann hoffentlich bis zum nächsten Jahr!!

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zertifizierter AdWords-Spezialist, Top Beitragender im Google AdWords Hilfeforum und besitzt die Google Analytics Individual Qualification.


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