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SEO CAMPIXX 2011 – Mein Recap und Bilder Tag 1

Am 14. März 2011 von Bfri geschrieben
24 Kommentare · SEO

Auch dieses Jahr war ich wieder auf der SEO CAMPIXX, die am 12. Und 13.03.2011 in Berlin stattfand. Letztes Jahr hatte ich keinen Recap geschrieben. Deswegen nutze ich diesmal die Rückfahrt nach Frankfurt, um meine Erfahrungen und Eindrücke festzuhalten.

Aufgrund der Länge habe ich den Recap auf zwei Blogposts verteilt. Für alle, die nicht weiter lesen möchten, fasse ich es kurz und knapp in ein paar Sätzen zusammen: Es war wieder ein super Event, alles wurde bestens organisiert und Marco und seine ganzen Helfer haben einen super Job gemacht. DANKE! Auch gibt es meiner Meinung nach keine andere Veranstaltung, auf der alle SEOs und Online-Marketer aus dem Blog- und Twitter-Universum gemeinsam anzutreffen sind und man die Chance hat, den einen oder die eine auch mal persönlich zu treffen. Mir hat es wieder gefallen!


Freitag – Anreisetag

Ich habe mir mit Dennis und Torsten ein Auto geteilt und wir sind mittags zu dritt in Richtung Berlin aufgebrochen. Mit ein bisschen Stau sind wir so gegen 19:30 Uhr am Müggelsee angekommen. Meiner Meinung nach sind dieses Jahr auch mehr Leute schon freitags angereist. So konnte ich schon am Freitagabend an der Bar interessante Gespräche führen, was sich zukünftig verändern wird bzw. dass ich auch andere Blickwinkel berücksichtigen muss.

Dies ist ein ganz entscheidender Faktor auch für das Online-Marketing. Ein gutes Beispiel sind für mich die ganzen RTL-Shows. Ich interessiere mich für die Hypes und Dramen in den ganzen Casting-Shows überhaupt nicht und bin der Meinung, dass dort einiges gestellt bzw. manipuliert ist. Trotzdem werden diese Sendungen von einer großen Publikumsanzahl geschaut, die auch fleißig bei Pseudogewinnspielen Geld verbraten mitmachen.

Learning: Nicht von mir auf die große Masse schließen und deswegen unter Umständen eine Projektidee verwerfen. Es gibt (fast) immer jemanden, der sich für ein Thema interessiert.

Das neue SEO-Parfüm

Andere nutzten die Versammlung rund um die Bar, um das neu auf den Markt gebrachte SEO-Parfüm den Teilnehmern vorzustellen. Laut dem Erfinder soll es den Nutzer zum Sexiest SEO Alive machen. Auf der anderen Seite laufen wohl aber schon Markenrechtsklagen von Frank von der SEO Scene, der sich als Erfinder und Markeninhaber der Wortmarke Sexiest SEO Alive sieht. Mal schauen, ob es hier noch zum rechtlichen Schlagabtausch kommt. ;)

Samstag – Tag 1 der CAMPIXX

Die Nacht war kurz, obwohl ich sicher früher ins Bett gegangen bin als viele andere. Nach einem stärkenden Frühstück ging es zur Eröffnungssession und einem wilden Getrommel. Diesmal mussten die Teilnehmer nach einer kurzen Nacht schon Rhythmusgefühl beweisen und im Takt mit einer Drumband gemeinsam trommeln. So wurde auf jeden Fall auch der Letzte SEO wach.

Nach dem Gemeinsamen Trommeln ging es in die einzelnen Workshops, die mit knapp 100 dieses Jahr noch zahlreicher geworden sind. Während ich im letzten Jahr noch Schwierigkeiten hatte, mich zu entscheiden, habe ich mich dieses Jahr davon verabschiedet mir groß Gedanken zu machen, etwas zu verpassen. Das lässt sich einfach nicht vermeiden und wenn ich mit dieser Grundeinstellung lebe, fällt die Auswahl auch viel leichter.

Workshop: Outsourcing für Einzelkämpfer

Mein erster Workshop-Besuch beschäftigte sich mit der Disziplin los lassen können. Das geht auch nicht anders, wenn man einen Vollzeitjob mit 40-50 Stunden die Woche, eine Familie und Kinder hat und auch gerne noch Sport machen möchte. In einer solchen Situation bleibt nicht viel Zeit, alles (Design, Programmierung, Content-Erstellung, SEO) selbst zu machen, sondern du musst versuchen, so viel wie möglich auszulagern. Trutz hat einen super Workshop gemacht, indem er seine eigenen Erfahrungen wiedergegeben und Tipps zum Outsourcing gegeben hat.

Website-Designs lassen sich sehr leicht bei 99designs.com in Auftrag geben. Hier musst du entscheiden, ob du Design und HTML-Programmierung trennst oder beides zusammen beauftragst. Die Teilnehmer haben dabei unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es kommt darauf an, ob der Designer auch gleichzeitig ein guter Entwickler mit HTML/CSS-Kenntnissen ist. Im Zweifelsfall dies am besten direkt in die Anforderungen schreiben.

Du musst den Designer allerdings konkrete Anforderungen geben, wie du dir die Website vorstellst bzw. was du erreichen möchtest. Je detaillierter du arbeitest, desto besser wird das Ergebnis. Dabei können Wireframe-Lösungen wie z.B. von gomockingbird.com hilfreich sein.

Wenn du das Design hast, musst du dich um die Programmierung einer entsprechenden Plattform wie z.B. WordPress oder Contao kümmern. Dazu können Plattformen wie elance.com oder auch bestjobs.ph genutzt werden. Die Teilnehmer bestätigten, dass mit Indern teilweise schlechte Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit gemacht wurden, daher ist der philippinische Ansatz sicher ein Versuch wert. Du musst allerdings die Zeitverschiebung beachten, die die Kommunikation erschweren kann

Auch die Content-Erstellung kannst du automatisieren. Hier gibt es die allseits bekannte Plattform Textbroker, die mittlerweile auch ein WordPress-Plugin zur Verfügung stellt. Allerdings lässt sich nicht nur die Texterstellung, sondern auch die komplette Textverarbeitung und Veröffentlichung auslagern. Eine Plattform dafür sind die contentprofis.com. Du erzielst damit nicht die Preise wie bei Textbroker, dafür brauchst du dich aber nicht um die Formatierung, die Bildquellen-Recherche und die Texteinstellung kümmern. Auch kannst du somit wieder zusätzliche Zeit einsparen.

Andere Teilnehmer haben auch gute Erfahrungen mit Studenten gemacht, die für bestimmte Themenprojekte rekrutiert wurden und neben dem Studentenlohn auch ein zusätzliches Incentive wie ein passendes Zeitschriften-Abo erhalten. Auf eine Stellenausschreibung kamen hier teilweise bis zu 40 Bewerbungen. Eine passende Plattform, die dafür genutzt werden kann ist zum Beispiel jobmensa.de. Zusätzlich wurden noch die Plattformen machdudas.de und mein-virtuellerassistent.com genannt, die du dir anschauen kannst.

Workshop: Linknetzwerke und häufig gemachte Fehler

Auch der Workshop von Benjamin aka SEOux Indianer zum Thema Linknetzwerke und häufig gemachte Fehler war interessant und sehr stark besucht. Zuerst erklärt er seine Definition der unterschiedlichen Arten von Satellitensites:

  • Linkexchange: Diese Sites dienen dem Linktausch.
  • Protective: Diese Sites dienen dem Aufbau von Trust und sollten nicht für Linktausch verwendet werden.
  • Cash: Diese Sites sind für die Monetarisierung gedacht.
  • Link Selling: Der Name sagt alles. Diese Sites dienen dem Verkauf von Links.

Es ist wichtig, dass die unterschiedlichen Site-Arten getrennt behandelt werden und nicht alle für den Linktausch gedacht sind.

Als nächstes stellte er dar, warum es Sinn macht, Satellitennetzwerke zu analysieren:

  • Du kannst damit die Größe und den Aufwand für eventuell eigene SEO-Aktivitäten abschätzen.
  • Du kannst noch freie Keyword-Domains finden.
  • Du entdeckst Domains für den eigenen Linktausch
  • Du findest Links, die du nachbauen kannst.
  • Du findest Spam-Sites, die du bei Google verpetzen kannst (böse).

Um deine Satelliten und Netzwerke zu schützen, solltest du gute Backlinks immer über Protectives schleusen und Footprints und Fingerabrücke vermeiden:

  • Die Projekte nicht auf einer IP-Adresse hosten lassen
  • Die Whois-Daten faken (kann aber zu Ärger führen. Die Email-Adresse sollte korrekt sein und die Emails ankommen, um im Notfall schnell auf Beschwerden reagieren zu können)
  • Wer Grafiken immer per Hotlinks von einer zentralen Domain einbaut, macht sich angreifbar
  • Wer immer die gleichen Themes, Grafiken, CSS- und Style-Namen verwendet fällt auf
  • Wer Tippfehler (z.B. im Impressum) auf alle Projekte kopiert, macht es anderen einfach

Du kannst zusätzlich auch noch Nebelbomben werfen, indem du

  • Eine Site mal nicht Onsite optimierst, so dass sie nicht als SEO-Site erkannt wird
  • Über die robots.txt bestimmte Bots ausschließt (Sistrix, Yahoo! Slurp, Searchmetrics etc.)

Workshop: Integration von SEO und SEA

Marc und Thomas vom Radio4SEO Podcast SEM FM stellten ein Bewertungsmodell in Excel vor, um bei der Entscheidung zu helfen, ob zusätzliches Budget bei bestimmten Keywords lieber in SEO oder SEA investiert werden soll. Dieses Modell ist eine interessante Entscheidungshilfe für Kunden, die sich unsicher sind, in welchen Kanal sie ihre zusätzlichen Budgets stecken sollen.

Für die Berechnungen werden Faktoren wie die durchschnittliche Position, die Anzahl der Ergebnisse pro Keyword, der durchschnittliche CPC und die durchschnittliche Klickrate pro Position mit einbezogen. Den Teilnehmern war allen klar, dass es sich hierbei nur um einen Ansatz handelt und man noch tausend weitere Faktoren mit einbeziehen könnte, die das Modell aber auch wesentlich komplexer machen würden. Letztendlich kommt es immer auf den Einzelfall darauf an, welche Daten bei einem Kunden noch mit einbezogen werden sollen bzw. können.

Wenn du dich für das Excel-Sheet interessierst, dann frage bei Marc oder Thomas nach, ob sie es dir zu schicken. Sie wollten es auch veröffentlichen.

Workshop: Aufbau eigener Linknetzwerke

Thomas hat sich neben Benjamin ebenfalls mit dem Thema Linknetzwerke beschäftigt. In seiner Einleitung stellte er heraus, für wen sich Linknetzwerke eignen:

  • Menschen mit Paranoia bzw. Verfolgungswahn
  • Site-Eigentümer, die es schwer haben organische Links zu erhalten
  • Experimentierfreudige Menschen

Ein Netzwerk über eigene Domains ist sehr flexibel, auf der anderen Seite ist es aber auch sehr aufwendig in der Erstellung. Von der Struktur her kannst du dich eines Linkwheels oder der Linkpyramide bedienen.

Auch er weist darauf hin, dass du Footprints vermeiden (siehe oben) sollst. Da aber immer Fehler gemacht werden, lässt es sich nicht 100%ig vermeiden, dass du Spuren hinterlässt. Auch geht es an erster Stelle nicht um den Schutz vor Google, sondern auch darum die Linknetzwerke vor anderen zu schützen. Es bringt nichts, wenn du deine Sites auf viele IP-Adressen verteilst, diese aber alle mit dem gleichen DNS-Server verknüpft sind (Der Dienst EditDNS kann eine Lösung sein). Auch das Impressum wurde angesprochen. Hier kannst du zum Beispiel die meta-robots-Einstellung „noindex, follow“ verwenden, damit das Impressum nicht in den Index aufgenommen wird.

Generell empfiehlt Thomas mit den Satellitensites unterhalb des Radars zu arbeiten. Die Sites sollten keine Top-Rankings und auch keinen großen Traffic generieren.

Welche Möglichkeiten gibt es, um sein Netzwerk aufzubauen?

  • Expired Domains nutzen
  • Neue Domains projektieren
  • 301-Weiterleitungen

Welche Möglichkeiten hast du, wenn eine Site in den Filter gelangt?

Ein Versuch ist es, die Inhalte auf eine neue Domain zu kopieren, um duplicate content zu erzeugen. Wenn Google die Inhalte auf der neuen Domain indexiert hat, dann wird die alte Domain per 301 auf die neue Domain umgeleitet, um das duplicate content-Problem wieder zu beheben.

Workshop: SEO Tools effizient einsetzen

Ranking-Entwicklung

Julian von Seokratie hat sich auf seinem Blog schon intensiv mit den einzelnen Tools beschäftigt und nutzt diese intensiv. In diesem Workshop hat Julian die Domains 5vor12.de und sms-lotse.de analysiert und anhand der Sistrix-Tools und der LinkResearchTools dargestellt, warum 5vor12.de schließlich sms-lotse.de bei dem Keyword „free sms“ von der Top-Position abgelöst hat.

Die Rankingverteilung und der Sichtbarkeitsindex bei sms-lotse.de lassen keine generelle Abstrafung erkennen. Es sieht aber so aus, als hätte sms-lotse.de im Vergleich zu viele Keyword-Links und zu wenig Brand-Links aufgebaut.

In zweiten Teil seines Workshops ging Julian auf den SEO-MythosArtikelverzeichnisse werden abgestraft“ ein und erläuterte es anhand des Artikelverzeichnisses 4.am. Die Sichtbarkeit sinkt zwar stetig, ist aber nicht komplett verschwunden, so dass keine Penalty vorliegen kann. Seiner Meinung nach verliert die Domain einfach an Trust, da keine neuen und guten Links aufgebaut werden.

Abendveranstaltung

Grill- und Hähnchenwagen

Damit waren die Workshops rum und die Teilnehmer wurden zum Essen geladen. Auch dieses Mal gab es wieder traditionell Hähnchen, Krautsalat und Brötchen vom Hähnchenwagen. Um dem Andrang Herr zu werden, standen dieses Jahr gleich zwei Wagen zur Verfügung. Auch daran merke ich, dass die SEO CAMPIXX wächst. ;)

Nach dem Essen und dem langen Sitzen war es Zeit für körperliche Bewegung. Dies konnte dieses Mal auf vielfältige Arten erledigt werden, wie die Bilder unten beweisen. Das So-Lange-Wie-Möglich-auf-dem-Surfbrett-halten und die interaktiven Spiele der neuen XBOX360 fanden regen Anklang.

Surfsimulator

Xbox 360 Bowling

Frank & Torsten beim Xbox 360 Kinect spielen

Auch 3 Ninjas schlichen plötzlich durch die Teilnehmermenge und machten Werbung für eine URL exam-ninja.com (wenn ich das richtig gelesen habe). Leider gibt die Website nicht viel her und es ging alles so schnell, dass ich keine Fotos habe. Vielleicht eine Aktion der Guerilla-Experten Thomas und Carlos aus der Guerrilla-Show?

Der Höhepunkt des Abends war dann wieder der Auftritt der Band „United Four. Die Partyband in ihren kultigen kuhigen Outfits waren schon letztes Jahr dabei und haben auch dieses Jahr wieder den Saal gerockt. Das Foto unten sagt wohl mehr als Tausend Worte:

Rasendes Publikum bei United Four

Hier noch ein Video von United Four für alle Daheimgebliebenen und natürlich auch alle anderen:

Nach dem Auftritt der Partyband habe ich mich erschöpft ins Bett begeben, um noch etwas Schlaf für den 2. Tage der SEO CAMPIXX zu sammeln.

Weitere Blogposts zur SEO CAMPIXX 2011

Findest du hier:

Weitere Folien und Vorträge:

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Ein Post von http://www.sem-stammtisch-frankfurt.de/

Autor:  Bfri ist seit mehreren Jahren im Online-Marketing-Bereich beschäftigt. Er ist mit den Themen Google AdWords und Google Analytics vertraut. Er ist zertifizierter AdWords-Spezialist, Top Beitragender im Google AdWords Hilfeforum und besitzt die Google Analytics Individual Qualification.


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